SfS - Sicherheitsberater für Senioren
Enkeltrick
© Siegfried Fröhlich 2015, 2016, 2017
Rate mal, wer gerade anruft? - Der Enkeltrick - Der    Enkeltrick    ist    eine    besonders    hinterhältige    Betrugsform,    der    für    die Betroffenen oft existenzielle Folgen haben kann. Weibliche   oder   männliche   Täter   rufen   ältere   Menschen   an   und   geben   sich   als Verwandte   oder   als   Enkel   aus.   Sie   bitten   das   Opfer   um   Bargeld.   Als   Grund der   Geldnot   werden   oft   Umstände   wie   eine   überfällige   Rechnungen,   Kauf eines Autos, einer Wohnung oder ein Verkehrsunfall genannt. Sehr   oft   werden   diese   Telefonate   mit   der   Frage   Rate   mal,   wer   gerade anruft? “   eröffnet,   um   auf   diese   Weise   an   den   Namen   des   Enkels   oder   des Verwandten zu gelangen. Mehrmalige   Anrufe   in   kurzen   Abständen   sollen   dem   Opfer   die   Möglichkeit nehmen sich über das Geschehene Gedanken zu machen. Durch    die    Gesprächstaktik    der    Täter    wird    das    Opfer    stark    unter    Druck gesetzt.   Die   Hilfsbereitschaft   und   die   Gutgläubigkeit   der   älteren   Menschen werden    gezielt    ausgenutzt.    Die    Opfer    werden    auf    diese    Weise    um    ihre Ersparnisse,    unter    Umständen    um    die    Ersparnisse    ihres    ganzen    Lebens,    betrogen.    Zu    dem materiellen   Schaden   werden   die   Opfer   zusätzlich   häufig   den   Vorwürfen   und   dem   Unverständnis   der „richtigen“ Verwandten ausgesetzt. So gehen die Betrüger vor: Die Betrüger durchsuchen Telefonbücher gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen (z.B. Gerlinde, Elfriede usw.). Die Auswahl wer angerufen wird, ist daher absolut zufällig. Viele   Telefonanrufe   beginnen   mit   Hallo,   rate   mal   wer   gerade   anruft?    oder   einem ähnlichen Satz. Nennt   das   Opfer   daraufhin   einen   Namen   aus   seinem   Verwandten-   oder   Bekanntenkreis,   geben sich die Täter als die genannte Person aus. Durch   sehr   geschickte   Gesprächsführung   macht   der   Täter   glaubhaft,   ein   Verwandter   zu   sein. Wenn   Sie   wegen   der   veränderten   Stimme   misstrauisch   werden,   wird   dies   mit   einer   schlechten Telefonverbindung   oder   mit   Heiserkeit   begründet.   Die   Anrufer   sind   in   ihrer   Gesprächsführung sehr überzeugend. Im   weiteren   Verlauf    lenkt   der   Täter   das   Gespräch   darauf,   dass   er   sich   in   einer   Notsituation befindet   und   dringend   eine   hohe   Summe   an   Bargeld   (z.B.   25   000   Euro)   benötigt.   Vorgegeben wird   häufig,   dass   dieses   Geld   für   einen   Kfz-Kauf,   eine   Kfz-Reparatur   oder   eine   Immobilie gebraucht wird. Die    Betrüger    bestehen    immer    auf    eine    unmittelbare    Bargeldübergabe.    Mittlerweile    auch Goldbarren. In    der    Regel    werden    Sie    um    Verschwiegenheit    gebeten.    Bei    ihrem    Geldinstitut    sollen    sie hinsichtlich der Verwendung des Geldes die Unwahrheit zu sagen. Durch   die   Anzahl   der   Telefonanrufe   (teilweise   im   2-Minuten-Takt)   sollen   Sie   psychisch   unter Druck gesetzt werden. Das Opfer geht häufig noch am selben Tag zur Bank, um das Geld abzuheben. Ist   das   Opfer   zurück   i n   der   Wohnung,   erfolgt   ein   weiterer   Anruf.   Der   Enkel   bzw.   der   Verwandte bedauerd,   dass   er   das   Geld   leider   nicht   selbst      abholen   kann.   Aber   ein   guter   Freund/Freundin oder   ein   offiziell   Beauftragter,   z.B.   Mitarbeiter/Mitarbeiterin   etc.   werde   das   Geld   in   Empfang nehmen   bzw.   abholen.   Gehen   Sie   hierauf   ein,   steht   kurz   darauf   der   „Freund“   vor   der   Tür,   nimmt das Geld an und verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Das sollten Sie beachten: Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt. Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert. Vergewissern   Sie   sich,   ob   der   Anrufer   wirklich   ein   Verwandter   ist:   Rufen   Sie   die   jeweilige   Person unter   der   bisher   bekannten   und   benutzten   Nummer   an   und   lassen   Sie   sich   den   Sachverhalt bestätigen. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren   Sie   sofort   die   Polizei   über   die   Notrufnummer   110,   wenn   Ihnen   ein   Anruf   verdächtig vorkommt. Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. Hinweis: Die   neueste   Masche   ist,   dass   sich   bei   Ihnen   ein   angeblicher   Polizeibeamter   meldet.   Dieser   teilt   mit, dass   sie   im   Rahmen   eines   Ermittlungsverfahrens   zufälligerweise   das   Telefonat   abgehört   hätten.   Es   sei aber   alles   in   Oerdnung,   da   sie   die   Person   überprüft   haben.   Sie   könnten   ihrem   Enkel,   Neffen, Verwandten trauen und können der Person das Geld mit ruhigem Gewissen übergeben.

Ruft die Polizei bei Ihnen an?

Die Polizei wird bei Ihnen NIE in dieser Art und Weise anrufen. Die Polizei wird NIE einer derartigen Handlung zustimmen. Rufen Sie Ihren Enkel/Bekannten unter der Ihnen bekannten Telefonnummer  zurück und fragen Sie, ob der Sachverhalt stimmt.
Flyer Enkeltrick
Kurztipps / Merkzettel