SfS - Sicherheitsberater für Senioren
Glas Wasser-Trick
© Siegfried Fröhlich 2015, 2016, 2017
Könnte ich ein Glas Wasser bekommen? - Glas Wasser-Trick - und ähnliche Tricks. Der Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat. Hiervon können vermehrt ältere Menschen betroffen sein. Beim Trickdiebstahl in Wohnungen täuschen die Täter ihre Opfer, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und zu stehlen. Alle bekannten Täter-Arbeitsweisen lassen sich auf drei Grundmuster zurückführen: das Vortäuschen einer Notlage, die scheinbar eine Hilfeleistung oder Unterstützung durch das Opfer in der Wohnung erfordert. das Vortäuschen einer offiziellen Funktion, die den Täter vermeintlich zum Betreten der Wohnung berechtigt das Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer, die eine Einladung zum Betreten der Wohnung nahe legt. Opfer   der   zumeist   nichtdeutschen   Täterinnen   und   Täter   sind   fast   ausschließlich   ältere   Menschen. Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele verschiedene Maschen angewandt: Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen   täuschen   Schwangerschaft,   Übelkeit   oder   die   Notwendigkeit   einer   Arzneimitteleinnahme vor   und   bitten   um   ein   Glas   Wasser.   Sie   werden   von   der   Täterin   so   abgelenkt,   dass   beim   Betreten   der Wohnung   die   Wohnungstür   nicht   vollständig   geschlossen   wird.   Während   Sie   bemüht   sind   der   Täterin das    geforderte    Glas    Wasser    zu    reichen,    schleicht    sich    ein    zweiter    Täter    in    die    Wohnung    und durchsucht diese nach Geld und Wertsachen. Der Zettel-Trick oder auch Papier- und Bleistift-Trick: Täter   oder   Täterinnen   wollen   für   angeblich   nicht   angetroffene   Nachbarn   eine   Nachricht hinterlassen.   Dazu   fragen   sie   nach   Schreibzeug   sowie   Papier   und   drängen   auf   eine Schreibunterlage    in    der    Wohnung    oder    bitten    das    Opfer,    die    Nachricht    selbst    zu erfassen. Das Weitere läuft wie beim Glas Wasser-Trick ab. Der Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick: Täter   oder   Täterinnen   wollen   für   angeblich   nicht   angetroffene   Nachbarn   Blumen   oder   ein Geschenk    abgeben.    Dabei    drängen    sie    darauf,    die    Blumen    zu    versorgen    oder    das Geschenk selbst zu verwahren. Auch hier wieder der vorgenannte Ablauf. Sie werden durch die schauspielerischen Fähigkeiten so geschickt abgelenkt, dass Sie von dem anderen Geschehen in der Wohnung nichts mitbekommen. Weitere vorgetäuschte Notlagen verbinden sich mit der Bitte, wegen eines Wasserschadens im Haus nach einem Rohrbruch in der Wohnung suchen zu dürfen. auf dem Balkon seinen entflogenen Vogel oder sein entlaufenes Kätzchen einfangen zu dürfen. wegen einer Autopanne, eines Unfalls oder einer Erkrankung das Telefon benutzen zu dürfen. die Toilette benutzen zu dürfen. ein Baby wickeln oder füttern zu dürfen. Im   Gegensatz   zu   ausländischen   täuschen   deutsche   Täterinnen   und   Täter   eher   eine   offizielle   Funktion oder   sonst   eine   Befugnis   zum   Betreten   der   Wohnung   vor.   Sie   kommen   beispielsweise   angeblich   als Handwerker,   von   den   Elektrizitäts-,   Gas-   oder   Wasserwerken,   von   der   Hausverwaltung,   von   der Kirche,   von   der   Rentenversicherung   oder   Krankenkasse,   von   der   Post,   vom   Sozialamt   oder   sogar   von der Polizei. Es   sind   auch   Fälle   bekannt   in   denen   die   Täterinnen   und   Täter   ihren   Besuch   vorher   telefonisch ankündigen,   um   mögliche   Bedenken   schon   im   Voraus   zu   zerstreuen.   Sie   versuchen   auf   diese   Art   und Weise ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Bitte beachten Sie:

Die Trickbetrüger sind erfinderisch und schauspielerisch sehr begabt. Sie denken sich ständig neue Schachzüge aus. Von den Betrugsarten gibt es unzälige Variationen.